Das Hospital in the Rock ist ein original erhaltenes Notfallkrankenhaus und geheimer Atombunker aus dem Kalten Krieg, verborgen im Höhlensystem unter dem Budaer Burgberg. Die Bauarbeiten begannen 1939 auf Anordnung des damaligen Bürgermeisters, und das chirurgische Zentrum wurde 1944 fertiggestellt, indem man die natürlichen Kavernen im Burgfelsen zu verstärkten, bombensicheren Krankensälen ausbaute. Ausgelegt für etwa sechzig bis siebzig Patienten, wurde es während des Zweiten Weltkriegs weit über diese Grenzen hinaus gefordert: Bei der Belagerung von Budapest strömten zeitweise bis zu sechshundert verwundete Soldaten und Zivilisten gleichzeitig durch seine Pforten. Während die Stadt über ihnen in Schutt und Asche sank, sorgten eigene Dieselgeneratoren unermüdlich für Licht, Belüftung und sogar den Betrieb der Röntgengeräte – das Personal arbeitete ohne Unterlass.
Das Krankenhaus versorgte während der Ungarischen Revolution von 1956 erneut Verwundete und wurde danach stillschweigend zu einem Schutzbunker gegen atomare und chemische Kampfstoffe erweitert. Zwischen 1958 und 1962 stattete man es mit einem Giftgasfiltersystem, einem großen Wassertank und zwei Ganz-Dieselmotoren aus, damit das medizinische Personal dort Schutz finden und etwa zweiundsiebzig Stunden nach einem Angriff weiterarbeiten konnte. Als streng geheime Militäranlage blieb seine Existenz während der gesamten kommunistischen Ära vor der Öffentlichkeit verborgen. Erst nach einer aufwändigen Restaurierung öffnete es 2007 als „Hospital in the Rock Nuclear Bunker Museum“ seine Pforten für Besucher. Heute sind die rund 2.400 Quadratmeter mit Krankenstationen, Operationssälen und Bunkerräumen nahezu unverändert erhalten – etwa fünfzehn Meter unter der Erdoberfläche.
Das Museum ist nur im Rahmen einer etwa einstündigen Führung zu erleben, die als geschlossene Gruppe durch die Tunnel geleitet wird und für die ein kostenloser Audioguide in neun Sprachen bereitsteht. In den Räumen erwarten Sie rund zweihundert täuschend echte Wachsfiguren – Chirurgen am OP-Tisch, Schwestern, die Verwundete versorgen, erschöpfte Patienten auf ihren Feldbetten – und lassen die Atmosphäre der Belagerung und der Jahre des Kalten Krieges mit beklemmender Genauigkeit wiederaufleben. Daneben sind originale medizinische Instrumente, die Lüftungsanlage und die Generatoren des Bunkers sowie Ausstellungen zum Atomzeitalter und zum Zivilschutz zu sehen. Ein nachdenklich stimmender, zutiefst menschlicher Ort, der mit einem herkömmlichen Museum wenig gemein hat und sich seit seiner Eröffnung zu einer der meistbesuchten Attraktionen Ungarns entwickelt hat.